Tag: Die Burgen von Burgund

68. Spieleabend der Pöppelhelden. Gefangen in Bodos Beinschere

poeppelhelden_logoHundsmühlen, Anfang September. Die Pöppelhelden sind – auch wenn es beim ersten Lesen wie eine üble Schmähung klingen mag – das moderne Formatradio unter den Spieleklubs. Gut, wir haben keinen Frühstücks-Man, dessen Einstellungskriterium ein nicht therapiertes ADHS ist, dessen Stimme immer mindestens 17 Prozent zu gut gelaunt und schon leicht ins Debile überdreht klingt, dessen inhaltsverweste Aufsager bereits um 4.37 Uhr nichts als schmerzendes Gute-Laune-Dampfgeplauder und halbgare Heiterkeiten sind, die sich in die Seele des gesunden Teils der Bevölkerung zu fressen versuchen, um diesem einzubläuen, dass der Mittwoch stets ein hervorragender Tag ist, weil man nur noch zwei Mal aufwachen muss und – heißa! – dann ist schon wieder Wochenend. Nein, so schlimm, so brutal, so abgrundtief wird diese Analogie nicht enden. Aber die Pöppelhelden könnten durchaus auch einen dieser glitschigen Jingles haben, der alle sechs Minuten und siebenunddreißig Sekunden dazwischenplärrt mit dieser Botschaft: „Wir spielen die größten Hits der 80er und 90er – und das Beste von heute.“ Doch was im Radio das untrügbare Zeichen für eine von Programmmachern mit dem Spaten totgekloppte und lange in Vergessenheit geratene Hörkultur ist, verkehrt sich bei den Pöppelhelden ins Gegenteil. Bei uns ist es Ausdruck der Traditionspflege und der geselligen guten Laune bei anspruchsvollem Zeitvertreib. So auch dieses Mal, wie die anwesenden 15 Epikureer der hohen Spielkultur unter Eid bezeugen mögen. (continue reading…)


46. Spieleabend der Pöppelhelden – Spectaculum, Agricola für zwei und BuBu

Spectaculum„Herrrrrrrrrreinspaziert, hereinspaziert, Herrrschaften, kommen und schauen Sie, was Sie noch nie im Leben gesehen haben!“ Yippee-ki-yay, der Zirkus weilt im Weiler, welch ein Spectaculum, was für eine Freude. Das ganze Dorf strömt erwartungshungrig ins Zelt und auf den Rummel, um die Darbietungen des schwer metabhängigen Tanzbären, der weitsichtigen Wahrsagerin, des unterkühlten Feuerspuckers oder des feinfühligen Flohbändigers gebannt zu folgen. Eine tolle Show wird uns versprochen – das Spiel indes kann diese Erwartungen leider nicht ganz erfüllen.

Der ganz große Neuheiten-Hype setzt ja erst nach Essen ein (deswegen den Post-Essen-Spieleabend am 26. Oktober schon mal schwer vormerken!), trotzdem gab es beim jüngsten Treffen der Pöppelhelden schon einiges aus der Neuheitenflut zum Anschnuppern: Milestones, Die Legenden von Andor und eben Spectaculum. Der neue, mittelgroße Knizia, den Peter Eggert mit Hilfe von Pegasus herausgebracht hat.

Womit auch gleich die erste Frage auftaucht: Knizia, der Dr. Reiner Knizia erdenkt ein ausgelassenes Zirkusspiel mit Strategieanteil? Nun, jein. Ausgedacht hat er sich das wohl definitiv (und dabei hat er den Setzmechanismus von Kingdom Builder variiert), thematisch eingebettet ist dieses Wirtschaftsspiel aber nicht. Knizia und die Themen – das ist ein weites Feld. Es gibt Autoren, die können das besser als der Altmeister. (continue reading…)


43. Spieleabend der Pöppelhelden

Ghost StoriesFreitagabend, 17. August, 20 Uhr, zur besten Sendezeit haben die Pöppelhelden erneut zum Spieleabend geladen – und trotz dieses Wetters, das so gut gelaunt wie ein Farin-Urlaub-Song ist, sind 24 wackere Eisenbahninvestoren, Weltwunderbauer, Glücksspieler und Geisterjäger schwer beschäftigt. Während draußen irgendwo ein Grillabend vorbereitet wird – die Schwaden des Anzünders schweben durch den Raum der Matthäus-Kirche -, haben sich Birthe, Iris, Peggy und Andreas ebenfalls vorgenommen zu grillen, und zwar den ultimativen Endgegner: Wu-Feng.

Der ist mächtig schlecht gelaunt. Nachdem seine Schreckensherrschaft mit viel Blutvergießen beendet wurde, sinnt er auf Rache. Doch bevor er seine alte Macht zurückerlangt, muss er noch die Urne finden, in der seine Asche verwahrt wird. Sie liegt verborgen in einem kleinen Dorf im Reich der Mitte, verteidigt von einem alten Mönchsorden, den Fat-Si. Offensichtlich ein fatalistischer Orden, nur so kann man sich erklären, dass er die Verteidigung gegen den Oberschurken Wu-Feng mit Freude erledigt. (Andererseits: Ein baptistischer Orden hätte bedeutet, dass die Bab-Si gegen Wu-Feng kämpfen – und das bitte ist ja nun wirklich albern.) (continue reading…)


25. Spieleabend der Pöppelhelden

Auf einmal stand dann der Michael in der Tür, ein neues Gesicht. Was an sich noch nichts Ungewöhnliches ist, wir freuen uns ja über jedes neue Gesicht und laden jeden herzlich ein, mal reinzuschauen. Das besonders schöne an dieser Neugesichtigkeit war aber: Michael kommt aus Berlin. Er urlaubt gerade im Nordwesten, Schwiegerelternbesuch. Es mag jetzt etwas abgedroschen und klischeehaft klingen, dass man da natürlich andere Abendbeschäftigungen als Auf-dem-Sofa-sitzen-und-Schlehenschnaps-trinken sucht. Er googelte – und er fand uns: die Pöppelhelden, die wie jeden ersten Mittwoch eines Monats in der Matthäus-Kirche zu Hundsmühlen in geselliger Runde die Welt retteten, Automobilimperien in den Vereinigten Staaten errichteten oder ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellten. Nur mit Religion hatte der Abend wie immer nix zu tun (keiner hatte 1655 – Habemus Papam oder Ähnliches mit).

SnapshotKommen wir – bei einer kleinen Spielbetrachtung – auf die Fingerfertigkeit zurück, das ist nämlich so eine Sache. Womit wir bei Snapshot wären. André hatte es einfach mal in der Mitte des heiligen Gemeindesaals aufgebaut. Stichwort: Aufforderungscharakter. Es kam dann auch gleich mal zu einer Partie. Ist lustig. Man muss einen Holzchip über den Hindernisparcours schnipsen und dabei auf Karten vorgegebene Aufgaben erfüllen und Diamanten einsammeln. Wer am besten schnipst, erfüllt und sammelt, gewinnt. Eigentlich ganz einfach. Wenn man nicht so spielt, als hätte einem der Zahnarzt des Vertrauens kurz vor der Partie aus Versehen eine Betäubungsspritze in die Hand gehauen. Robert, der Stratege, gewinnt dann. Souverän. Chapeau. Ich hatte gerade mal zwei Aufgabenkarten abgeschnipst. Mit so einem Ergebnis muss man eigentlich auf die stille Treppe.
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